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Njoerdur Olafson
Mitglied des Stammtisches


284 Beiträge

Erstellt am: 04 Jan 2010 :  23:37:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Njoerdur Olafson's Homepage  Antwort mit Zitat
Gab es Gugel oder gab es sie nicht im Jahre 887???

nach oben / Zur ÜbersichtZipfellänge in Haitabu?
Hallo,

in "Textilfunde aus der Siedlung und aus den Gräbern von Haithabu", S.55 steht zur Kapuze ("Gugel"):

"Erhalten ist das obere Stück eines breiten Nackenzipfels (Teil a) und der Abschnitt, der den Scheitel und den Teil einer der Schultern bedeckt hat (Teil b)."

Auch Bild/Zeichnung auf S. 56/57 sit da sehr vielsagend:

Das untere Ende des Zipfels fehlt schlicht und einfach. Wie lang der Zipfel war - völlig unbekannt.

Viele Grüße
Radi

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Eintrag #14 vom 28. Jan. 2006 06:30 Uhr Beate (Nachname für Gäste nicht sichtbar)
nach oben / Zur ÜbersichtWikinger und Gugeln?
Zum Thema "Gugel bei den Wikingern" gab es vor kurzem eine interessante Diskusion im Vikingnet:

72.rapidforum.com/topic=100481440071

Vielleicht da erst mal lesen, bevor sich hier alles wiederholt.
Gruss, Beate

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Eintrag #13 vom 27. Jan. 2006 12:15 Uhr Johannes Kulick
nach oben / Zur ÜbersichtWikinger und Gugeln?
Zitat: "Andererseits waren die Wikinger sehr prakisch orientiert und christ. Kleiderordnungen oder kirchliche Einflüße dürften ihnen egal gewesen sein,"

Gehen wir mal davon aus, dass das im 13. Jhd. noch Wikinger gewesen wären, so waren sie mit Sicherheit christianisiert, wie übrigens sehr viele Wikinger. Das belegen allerlei christliche Symbole auf Wikingerzeitlichen Funden etc.
Johannes - www.hildensia.de

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Eintrag #12 vom 27. Jan. 2006 11:07 Uhr David Seidlitz
nach oben / Zur ÜbersichtWikinger und Gugeln?
Hallo,

Sind das im 13. Jh. noch "Wikinger"??

Welche Gugel meinst du (Nummer)? Aus dem Grönländischen Fundkomplex sind m.W. nur zwei Gugeln relativ sicher (radiocarbon) datiert (Nörlund II, D10605, D10606). Beide Stücke datieren ins späte 14. - Mitte 15.Jh. (ßstergard, 2004).
ßlter ist möglicherweise die Gugel des schwedischen Bockstenmoor- Mannes. Laut Radiocarbonanalyse zwischen 1290 und 1420.

Gruß,
David

www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #11 vom 26. Jan. 2006 23:41 Uhr Jari Heidenwag
nach oben / Zur ÜbersichtWikinger und Gugeln?
Ich möchte hinzufügen dass dieser Fund auf das 13 Jhd. datiert wird...also sicher eine Beeinflussung der Grönlandwikis stattfand (ja auch in Grönland), dennoch waren es aber Wikinger.

Andererseits waren die Wikinger sehr prakisch orientiert und christ. Kleiderordnungen oder kirchliche Einflüße dürften ihnen egal gewesen sein, aber der an der Kapuze befestigte Schal ist im Winter sehr praktisch und da ich keinen Beleg für einen Schal habe wage ich Spekulationen über lange Zipfel....





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es gab sie.

zumindest, bis ihr mir das Gegenteil bewiesen habt!





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Nachricht senden Erstellt am 09.12.2009 - 23:35

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einziger bisheriger fund, den ich auftreiben konnte, wird in in das 13-14.jahrhundert in haibuthar datiert, mittels dieser karbonmessung. das würde dagegen sprechen. bzw. scheinbar ist man inzwischen sogar der auffassung, dass es sich eher um eine hose handelte.

doch dumm waren die wikinger ja nicht und irgendwie haben die doch auch ihren nacken geschützt oder???





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Nachricht senden Erstellt am 10.12.2009 - 20:03

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eben, sag ich doch...





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Njoerdur Olafson, der Sohn des Olaf Ulfgardson, dessen Vater war Ulfgard Eilifson und Eilif, genannt der Saxardan, war der Sohn des grossen Thorbange, dem Sippengründer

Njoerdur Olafson
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Erstellt  am: 04 Jan 2010 :  23:37:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Njoerdur Olafson's Homepage  Antwort mit Zitat
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Njoerdur Olafson
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Erstellt  am: 04 Jan 2010 :  23:39:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Njoerdur Olafson's Homepage  Antwort mit Zitat

Hallo Hallveig und hallo ihr anderen,

ein Kollege hat mich netterweise auf eure Diskussion aufmerksam gemacht, und hier bin ich.

Leider ist das mit der Gugel im FrühMi wirklich nicht so einfach. Je eher, desto weniger Funde, und auch desto weniger begleitende Text- und Bildquellen, mit denen man die Lücken zumindest ein bißchen besser beleuchten kann. (Das muß ich hier vermutlich nicht ausführlich erklären. ) Die Fremdnutzungen lassen sich teils mit jeder Gugel durchführen - man könnte z.B. auch mit dem Stück aus Skjoldehamn Äpfel transportieren oder versuchen, ein kleines Tier einzufangen. Zum Zusammenbinden von Dingen (Gugel als Ersatz für einen Strick) ist eine Gugel mit Schwanz natürlich deutlich besser geeignet. Mit der Aufzählung von Fremdnutzungen wollte ich vor allem darauf hinaus, daß sich z.B. jede Gugel gut als Taschenersatz eignet und daß mit einem leicht abnehmbaren Kleidungsstück wie diesem damit zu rechnen ist, daß auch Zweckentfremdungen passiert sind. Die Grundaussage ist also nicht allein aufs Hoch- und Spätmittelalter gemünzt.

Der Artikel, den ihr zitiert, ist eine kurze Zusammenfassung meiner Magisterarbeit (danke für die Beförderung zur Diss. - aber dazu reicht auch die vollständige Arbeit nicht ganz aus) und basiert auf einem Vortrag, den ich auf der Tagung Experimentelle Archäologie gehalten habe. Logischerweise ist damit nicht die ganze Arbeit abgedeckt.
(Ich möchte gerne das ganze Buch publizieren, habe aber bislang noch keinen Verlag gefunden, der sich an das Thema heranwagen möchte - der mögliche Kundenkreis wird als "zu klein" eingeschätzt.)

Das früheste Bild einer eindeutig erkennbaren Gugel, das ich finden konnte, stammt aus dem frühen Hochmittelalter. Die Gugelform hat sich zu diesem Punkt im Vergleich zur Skjoldehamn- und zur Haithabugugel deutlich geändert, hin zu den Schnitten, die allerorten gefunden werden können.

Ich habe in den angegebenen Link zur "Regenkleidung der Wikinger" mal hereingeschaut; die dort genähte und fotografierte Gugel sieht ähnlich aus wie der von Gjessing in der Originalpublikation angegebene Schnitt, aber eben nur ähnlich. Beim Nachfertigen würde ich empfehlen, sich an die Zeichnung und Beschreibung von Gjessing zu halten (auf norwegisch), auch wenn der Artikel schon recht alt ist. Es gibt auch keine jüngere Publikation zum Fund. Die Gugel ist im Original auch nicht aus Leder, sondern aus einem Wollstoff.

Zur "Seemannsfrage" gibt der ebenfalls angegebene Aufsatz von Möller-Wiering und Deggim Auskunft; ich habe ihn vor Jahren das letzte Mal gelesen, kann mich aber noch daran erinnern (hoffentlich korrekt), daß es keine eindeutige Verbindung zwischen Seefahrt und Gugel gibt.

Noch ein Schmankerl, das ich beim Schreiben der Magisterarbeit noch nicht kannte: Der Fund von Skjoldehamn wurde erneut 14C-datiert, und zwar auf die Zeit von 995-1025 (Nockert & Possnert 2002) und paßt damit auch zeitlich wunderbar mit Haithabu zusammen.

Nachdem der Gugelschwanz bei den entsprechend erhaltenen und abgebildeten Gugeln später durchaus funktional ist, nicht nur Zierde, würde ich persönlich auch dem Schwanz des Haithabustückes genug Länge geben, um als Schal/Kopfbinde bei aufgesetzter Gugel fungieren zu können. Das ist großenteils Spekulation - aber sehr nützlich. Und ein genauerer Blick auf Gjessings Beschreibung (sogar schon auf die Zeichnung) zeigt, daß die Skj.-Gugel mit Bindebändern versehen war, die eine fehlende Bindemöglichkeit durch den Schwanz ersetzen.

So, ich hoffe, damit ein bißchen weitergeholfen zu haben!
Schöne Grüße,
Katrin Kania

Njoerdur Olafson, der Hersir der Thorbanger

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Njoerdur Olafson
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284 Beiträge

Erstellt  am: 04 Jan 2010 :  23:40:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Njoerdur Olafson's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

@ Quorthon, naja, Seefahrer sind ja auch schon hier im Threat genannt worden, andererseits, solange man sich nicht wirklich sicher ist, ob man überhaupt im FMA von Gugeln reden kann, lohnt sich wohl auch keine Mutmaßung, wer sie getragen haben könnte. Ich persönlich halte Gugeln grundsätzlich als praktisch, nicht nur auf See. Zur Wasserfestigkeit, bei Wolle gut walken oder im Falle der von Beate angeführten Skjoldehamn Gugel war das Material Leder, welches ja auch schön eingefettet recht wasserabweisend sein kann.

@ Beate und Hallveig:

Bitte fragt mich nicht, warum ich jetzt erst damit komme, sorry, aber ich würde gerne die Kania-Diskussion weiter oben nochmal ein wenig ergänzen. Ich stimme dabei auch eher Hallveig zu, denn Katrin Kania klassifiziert ja sowohl die Skjoldehamn-Gugel, nämlich als "Schulterkragengugel ohne Schwanz, als auch die Haithabugugel, als "Schulterkragengugel mit Band- oder Zipfelschwanz".

Ich zitiere mal den gesammten Absatz:

"Die Gugel aus Sjoldehamn ist als Schulterkragengugel ohne Schwanz zu klassifizieren. Auffällig ist die Ähnlichkeit in Maßen und Schnitt zu der Gugel aus Haithabu. Diese [die aus Haithabu] wird in das 9. oder 10. Jh. datiert (HÄGG, 1991, 13). Auch wenn das Fundstück nicht mehr vollständig erhalten ist, kann es doch durch die offensichtlichen Parallelen zu der Gugel aus Skjoldehamn, nämlich den Zuschnitt aus einem ca. 20 cm breiten, langrechteckigen Streifen mit Erweiterung durch Keile, sicher als Gugel angesprochen werden. Zu klassifizieren ist die Gugel [aus Haithabu] als Schulterkragengugel mit Band- oder Zipfelschwanz" (K. Kania, 2004 Die Gugel und ihre Trageweisen im Experiment. In Experimentelle Archäologie in Europa. Bilanz 2004. Heft 3, S. 220).

Also daraus lese ich, dass Frau Kania den Gugelfund aus Haithabu als solchen anerkennt. Was natürlich stimmt ist, dass sie ansonsten nicht mehr weiter im Verlauf des Artikels darauf eingeht. Was auch natürlich zu beachten bleibt, ist wie Beate schon richtig anmerkt, dass es sich um einen Einzelfund handelt, der soweit keiner Person zugeordnet werden kann.

Aber, was Hallveig weiter oben sagt, sehe ich auch, dass nämlich Frau Kania das Fragment genau wie Frau Hägg ziemlich eindeutig einer Gugel zuordnet. Damit kann zumindest die Annahme bekräftigt werden, dass es sich bei dem Fragment überhaupt um eine Gugel handelt.

Lieben Gruß
Ollie

Njoerdur Olafson, der Hersir der Thorbanger

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Adred
Gast der Taverne


62 Beiträge

Erstellt  am: 30 Apr 2010 :  08:19:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
"Der früheste Fund, der als Gugel interpretiert wurde, stammt aus einer Grabung in Haithabu, jedoch ist die genaue Konstruktion der Fragmente unklar, neuere Analysen legen nahe, dass es sich bei den Textilfragmenten um eine Hose gehandelt haben kann."

Quell Wikipedia.de

Oh Oh...
heisst das jetzt wir tragen Hosen auf unseren Köpfen?!...

Adred Herradson - Däne aus Ribe, Schiffszimmermann (Living History)

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